Alltagsmomente

#unfiltered

Do it for the Gram! In der Ausein­an­der­set­zung mit dem Thema «unscharf» habe ich mich mit der Selbst­dar­stel­lung auf Insta­gram beschäftigt.

Jeder zeigt sich von seiner «Schog­gi­seite» und auf den ersten Blick scheint alles gesto­chen scharf. Fotos von den Strand­fe­rien, ein Schnapp­schuss mit den Freun­den oder ein fancy Koch­vi­deo, werden fleis­sig von uns geteilt. Schnell geht verges­sen, dass die Person hinter dem Account nur einen ganz klei­nen Ausschnitt aus ihrem Leben zeigt.

Der Insta-Schein trügt! Und nein, Photo­shop und Schön­heits-Filter sind nicht schuld daran. Wir wählen bewusst aus, was wir von uns preis­ge­ben. Niemand will schlechte Laune verbrei­ten, ein miss­lun­ge­nes Menü präsen­tie­ren oder mit Tränen in den Augen in die Kamera lächeln.

Let’s be real! Unge­fil­tert erzähle ich von meinen Erfahrungen.

1 Tag aus meinem Leben

Alle Aufnah­men im Video sind am Sams­tag, 5. Februar 2022, entstan­den. Mir war wich­tig, dass keine Situa­tion oder Moment insze­niert wurde. Norma­ler­weise arbeite ich immer mit einem Dreh­buch, Stativ und Mikro­fon. Für diesen Dreh habe ich meine einge­übte Routine wort­wört­lich über Board gewor­fen. Ohne Plan habe ich spon­tan alles gefilmt, was mir vor die Linse kam. 

Corona-Skeptiker blockieren Verkehr & der Parmesan fehlt!

Zum Glück habe ich so tolle und foto­gene Freunde. Beim Kochen, Rumblö­deln und Tanzen war die Kamera schnell verges­sen. Das sind meine Tages-High­lights, kurz und knackig zusammengefasst…

Morgen: Ich verbrenne meine Zunge am heis­sen Kaffee. Der Post­auto-Fahrer macht eine knat­t­rige Laut­spre­cher­durch­sage und wünscht allen Gästen ein schö­nes Wochen­ende. Auf dem Bahn­hofs­platz suchen die Tauben verzwei­felt nach Brotkrümeln. 

Mittag: Im dean&david ist die Hölle los. Unter den Restau­rants Gästen herrscht ein Futter­neid. Bei wem kommt der Salat oder die Bowl zuerst auf den Tisch? Auf dem Klos­ter­platz beneh­men sich die Touris­ten, wie lästige Flie­gen. Ruhe­los irren sie über die Klos­ter-Wiese und hinter­las­sen ihre Spuren, in Form von Coffee To Go Bechern.

Nach­mit­tag: Eine kleine Gruppe Corona-Skep­ti­ker blockiert den Verkehr am Markt­platz. Das Kafi Franz platzt aus allen Nähten. Das Kuchen­re­gal ist leer geges­sen und die Hafer­milch ist ausgetrunken.

Abend: Für Cinque Pi fehlt der Parme­san. Zum Speis & Trank quet­schen wir uns auf die zusätz­li­chen Fest­bänke. Besteck ist ein rares Gut in dieser Wohnung. Meine BRAVO-Hits Play­list findet gros­sen Anklang bei meinen Freun­den. In der Küche riecht es verbrannt. Auf dem Koch­herd kleben Nudeln und im Wasch­be­cken türmen sich schmut­zige Töpfe. 

Das Spiel mit der Realität

Bei der Kame­ra­füh­rung habe ich bewusst nicht auf den Bild­win­kel, die Posi­tio­nie­rung oder die Belich­tung geach­tet. Dementspre­chend verwa­ckelt und unscharf sind auch einige Aufnah­men gewor­den. Das Video soll möglichst nahbar wirken und die erleb­ten Momente reali­täts­ge­treu wieder­ge­ben. Gele­gent­lich habe ich meinen Freun­den die Kamera überlassen.